Truman Capote – Frühstück bei Tiffany

Kategorie: Buchrezensionen

Der Ich-Erzähler, ein nur mäßig erfolgreicher Schriftsteller, hat eine kleine Wohnung in einem großen Mietshaus in New York ergattert. Bald lernt er seine junge Nachbarin Holly kennen, die nachts oft bei ihm klingeln muss, weil sie den Hausschlüssel vergessen hat. Er ist fasziniert von der ungewöhnlichen Dame und schnell freunden sie sich an. Die angesagten Partys in Hollys Appartement finden nun mit ihm statt. Dort wird Holly von Männern umschwärmt und allerhand bemerkenswerte Gäste (Künstler, Filmproduzenten, halbseidene Gestalten) treiben sich dort rum. Bald jedoch wird ihm klar, dass hinter Hollys fröhlicher Fassade ein gebrochener Charakter steckt. Sie wirkt oft traurig, singt dann mit ihrer markanten Stimme seltsame Lieder oder fährt zum Juwelier Tiffany, um sich durch den Anblick der Diamanten zu beruhigen. Stück für Stück kommt ihre tragische Lebensgeschichte ans Tageslicht. Holly hat auf dem Land gelebt und dort schon als Kind geheiratet, sie hat mehrere Stiefkinder, einen älteren Mann und einen Bruder. Irgendwann hatte sie das Landleben satt und zog auf eigene Faust in die Stadt. Sie besucht regelmäßig einen Mafiaboss im Gefängnis und möchte einen brasilianischen Diplomaten heiraten. Die Freundschaft zwischen Holly und dem Ich-Erzähler übersteht alle Tiefen, gemeinsam haben sie einige schöne Erlebnisse. Der namenlose Kater ist ein treuer Begleiter und die Geständnisse über ihr Leben haben ihr Herz erleichtert. Doch dann wird sie von der Polizei verdächtigt in Zusammenhang mit ihren Gefängnisbesuchen am Drogenhandel beteiligt zu sein.

Capote hat einen lässigen Schreibstil. Die Handlung schwankt zwischen Komödie und Tragödie. Eine kurzweilige und intelligente Lektüre.

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