Raymond Chandler – Playback

Kategorie: Buchrezensionen

Eines Tages klingelt bei Privatdetektiv Philip Marlowe das Telefon. Der Anwalt Clyde Umney hat einen Auftrag für ihn. Er soll eine junge Dame beschatten und über ihre Tätigkeiten Rechenschaft ablegen. Die attraktive Frau befindet sich wie erhofft in dem Zug, den Marlowe auf dem Bahnhof schon erwartet. Die Dame, die sich jetzt Betty Mayfield nennt, steigt aus dem Zug aus und der Detektiv heftet sich sogleich an ihre Fersen. Er verfolgt sie bis in ein Hotel in der kalifornischen Kleinstadt Esmeralda. Dort mietet er sich in das Nebenzimmer ein, um Betty Mayfield zu belauschen. Er hört ein Gespräch, in dem deutlich wird, dass die junge Dame von einem Mr. Mitchell erpresst wird. Dieser droht damit Details aus ihrer Vergangenheit publik zu machen. Marlowe gibt sich wenig später Betty gegenüber zu erkennen und versucht das dunkle Geheimnis herauszubekommen. Mrs. Mayfield schweigt jedoch zu diesem Thema. Doch dann meldet sich Betty bei Marlowe: Mr. Mitchell ist tot und liegt im Zimmer auf dem Fußboden, berichtet die völlig aufgelöste Frau. Sie bekniet den Detektiv ihr zu helfen und die Leiche zu beseitigen. Marlowe lässt sich von ihrem Charme einwickeln und beschließt ihr zu helfen. Er macht sich auf dem Weg in das betreffende Appartement. Doch dort findet er keine Leiche.

Chandler schreibt in einer sehr ehrlichen, bisweilen brutalen Sprache. Der Zynismus und die Grausamkeiten der kalifornischen Halbwelt werden ohne Umschweife geschildert. Doch auch der trockene Humor und die feine Gesellschaftskritik kommen nicht zu kurz:
„Die eine Frau (…) hatte soviel Farbe aufgetragen, dass es gereicht hätte, einen Dampfer zu streichen. (..) Die Männer bei ihnen sah grau aus und müde, wahrscheinlich vom Unterschreiben der Schecks.“
Marlowe ist ein Macho und ganz bestimmt nicht zimperlich, aber er hat Anstand und Witz. Das Buch ist sprachlich und inhaltlich sehr gut gelungen.