Paul Auster – Das rote Notizbuch

Kategorie: Buchrezensionen

Paul Auster hat in seinem roten Notizbuch Geschichten aufgeschrieben, in denen der Zufall eine wichtige Rolle spielt. Die wahren Begebenheiten werden auf meist nur 3 bis 4 Seiten geschildert und wurden entweder von Auster selbst erlebt oder ihm berichtet. Der Autor versichert, dass die, oft sehr unwahrscheinlichen, Geschichten alle der Wahrheit entsprechen. Man erfährt einiges über den familiären Hintergrund, den Freundeskreis und die berufliche Entwicklung des amerikanischen Schriftstellers. Dabei wird sehr dezent vorgegangen und die Namen der Protagonisten werden unkenntlich gemacht. Die Geschichten sind teilweise heiter und haben einen glücklichen Ausgang, während einige andere tragisch enden. Der Leser erfährt, warum Auster seit frühester Kindheit immer einen Bleistift mit sich trägt, was seine Mutter mit Antoine de Saint-Exupéry (Der kleine Prinz) zu tun hat, wie Auster nur knapp einem Blitzeinschlag entging oder warum eine Reifenpanne selbst langjährige Freundschaften zerstören kann.

Die Sprache dieses Buches ist schnörkellos und ehrlich. Die Vorkommnisse werden auf den Punkt gebracht und durch radikalen Auslassungen überflüssiger Sätze oder Begriffe ist das Buch sehr leicht und spannend zu lesen. Auster zeigt meisterhaft, wie der Zufall das Leben beeinflusst und wie zwischen Triumph und Tragödie oft nur wenige Zentimeter liegen.