Oscar Wilde – Das Gespenst von Canterville

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Im Schloss der Cantervilles spukt es seit Jahrhunderten: Sir Simon de Canterville hat 1575 seine Gattin Eleanore de Canterville umgebracht und verschwand neun Jahre später spurlos. Seitdem spukt sein ruheloser Geist im Schloss umher und der gewaltige Blutfleck des Mordes ist noch zu sehen und lässt sich nicht entfernen. Das alles kümmert den amerikanischen Botschafter Mr. Otis nicht, er kauft das Schloss trotz aller Warnungen und zieht dort mit seiner Familie ein. Als patenter und geschäftstüchtiger Amerikaner glaubt er nicht an Hokuspokus. Mr. Otis versucht, den Blutfleck durch Pinkertons Fleckenmittel zu beseitigen, nach einer Nacht ist der Blutfleck stets wieder da. Doch die Familie des Botschafters erweist sich als wenig furchtsam und respektvoll dem Gespenst gegenüber. Da wird Sonnenöl angeboten, um das Knirschen der Ketten zu verhindern, die das Gespenst mit sich trägt oder das Gespenst wird mit Kissen beworfen und selbst erschreckt.

Das Gespenst ist beleidigt und enttäuscht. In dreihundert Jahren seines Wirkens hat es schon einige in die Nervenanstalt oder in den Tod getrieben. Allerdings hat es sich bei seinen bisherigen Opfern um aristokratische Engländer und nicht um moderne Amerikaner gehandelt. Als auch der von langer Hand geplante große Streich misslingt, zieht das Gespenst sich zurück. Doch dann begegnet es Virginia, der Tochter des Hauses, und die junge Dame spricht es an. Das Gespenst schildert sein Geheimnis und Virginia kann schließlich helfen, das Gespenst zu erlösen und den Spuk für alle Zeiten zu beenden.

Sehr locker und witzig geschriebener Klassiker, der den Gegensatz zwischen steifen Engländern und lockeren Amerikanern beschreibt. Das kurze Buch enthält: Liebe, Ironie, Trauer und Nachdenklichkeit.

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