Nikolai Gogol – Das Bildnis

Kategorie: Buchrezensionen

Der junge K√ľnstler Tschartkow f√ľhrt ein einfaches Leben, sein karger Lohn reicht gerade eben, um die t√§glichen Ausgaben zu decken. Jeden Monat muss er bef√ľrchten, wegen fehlender Mietzahlungen aus seiner Wohnung geschmissen zu werden. Doch er ist Maler mit Leib und Seele und seine Kunstwerke werden mit Leidenschaft und Herzblut geschaffen. Eines Tages kauft er sich ein besonderes Bild: auf diesem Bildnis ist ein alter Mann mit grimmigen Augen sehen. Er stellt das Bild bei sich ins Zimmer, doch in der Nacht geschieht das Unglaubliche, der Mann aus dem Bild steigt aus dem Rahmen und spukt im Zimmer umher. Tschartkow zitterte am ganzen Leib und hat furchtbare Angst. Am n√§chsten Tag untersucht er den Bilderrahmen und entdeckt darin eine betr√§chtliche Anzahl an Goldm√ľnzen. Der K√ľnstler ist pl√∂tzlich ein reicher Mann. Er mietet sich eine Wohnung mit Atelier in einer vornehmen Gegend und beginnt damit, sich fein anzuziehen. Er gewinnt schnell neue Kunden aus der Oberschicht, die er portr√§tiert. Er stellt fest, dass besonders schmeichelhafte Portr√§ts gut ankommen und l√§sst fortan alle Ecken und Kanten bei den gemalten Personen weg. So entstehen k√ľnstlerisch minderwertige, unrealistische aber gut verk√§ufliche Bilder. Schlie√ülich werden nur die guten Seiten seiner zahlungskr√§ftigen Kunden abgebildet. Er wird noch reicher und steigt in der gesellschaftlichen Hierarchie auf. Doch er wird auch immer b√∂sartiger und neidischer auf andere Maler und fasst einen wahrhaft teuflischen Plan, er m√∂chte alle Kunstwerke der Welt aufkaufen und vernichten, damit niemand k√ľnstlerisch h√∂her angesehen ist als er.

Gogol schreibt, wie der idealistische Maler am Anfang dieser Geschichte malt, voller Leidenschaft und Herzblut. Die Sprache ist sehr dramatisch und bildhaft, die historischen und persönlichen Umstände der handelnden Personen sind sehr gut vorstellbar. Eine spannende Erzählung mit Tiefgang und interessanten Einblicken in die menschliche Seele.