Jules Verne – Zwei Jahre Ferien

Kategorie: Buchrezensionen

15 Jungen aus einer Schule in Auckland sollen f├╝r ihre guten Leistungen mit einer 2-monatigen Schiffsreise rund um Neuseeland belohnt werden. Die 8 bis 14-j├Ąhrigen Kinder befinden sich schon auf dem vollbeladenen Schiff ÔÇ×SloughiÔÇť, w├Ąhrend sich die Mannschaft noch auf dem Festland aufh├Ąlt, als ein Sturm aufkommt und die Sloughi losgerissen wird. Die Schuljungen sind nun ohne Erwachsene auf hoher See. Nach einiger Zeit strandet das Schiff auf einer Insel. Doch die tapferen Boys haben Gl├╝ck im Ungl├╝ck: Die Ladung des Schiffes ist weitgehend unversehrt, die Sloughi selbst ist allerdings fahrunt├╝chtig. Sie haben also Waffen, Munition, Nahrung, B├╝cher und Stoffe zur Verf├╝gung. Die Jungen k├Ânnen die Ladung bergen und beginnen schon bald sich zu organisieren. Sie gehen auf die Jagd, kochen, lesen, bauen sich Werkzeug und w├Ąhlen einen Chef. Die Kinder erkunden die Insel, schon bald wird ihnen klar, dass eine schnelle Rettung nicht erfolgen wird und dass die Insel unbewohnt ist. Doch dann droht der in diesen Breitengraden sehr strenge Winter. Die Jungen suchen daher nach einer H├Âhle, um die kalte Jahreszeit zu ├╝berstehen. Sie werden f├╝ndig und machen dort eine Entdeckung: Das Skelett eines Schiffbr├╝chigen, der eine genaue Karte der Insel hinterlassen hat. Mit Flei├č und Geschick gelingt es ihnen ihre Unterkunft winterfest zu machen. Die Monate vergehen und sie trotzen der Langeweile, den St├╝rmen, dem Schnee und den Raubtieren. Dann brechen innerhalb der Gruppe Machtk├Ąmpfe aus und schlie├člich verlassen 4 Boys die Gemeinschaft, um zuk├╝nftig in einer anderen H├Âhle zu wohnen. Einige Tage sp├Ąter f├╝hrt der Hund sie in den Wald, wo sie eine entkr├Ąftete Frau finden, die ihnen von ihrem Schicksal berichtet. Sie ist mit einer Schaluppe auf der Insel gestrandet und die anderen Schiffsinsassen sind brutale Meuterer, die sich jetzt auch auf der Insel befinden.

Das Buch ist leicht zu lesen und spannend geschrieben und daher f├╝r Jugendliche und Kinder gut geeignet. Die Tatkraft und der Einfallsreichtum der Jungen sind bewundernswert. Die Charaktere werden eher oberfl├Ąchlich beschrieben, im Vordergrund stehen die Gruppendynamik und die Beschreibung des t├Ąglichen ├ťberlebenskampfes. Weil vieles idealisiert wird und ein positives Menschenbild vorherrscht, kann man das Buch als Gegenentwurf zum dystopischen und d├╝steren ÔÇ×Herr der FliegenÔÇť von William Golding betrachten.