Henry Miller – Das Lächeln am Fuße der Leiter

Kategorie: Buchrezensionen

Der Clown August war einst ein Großer seiner Zunft. Er hatte die magische Kraft, den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Eines Tages ist August jedoch zu alt für diesen Job und wird vor die Tür gesetzt. Er heuert bei einem anderen Zirkus an und verrichtet dort fortan nur noch Hilfsarbeiten. Doch dann erkrankt der eigentliche Clown Antoine und August ist der Einzige, der ihn vertreten kann. August tritt auf, allerdings als Antoine, weil die Zuschauer durch die Clownsschminke den Unterschied nicht erkennen. August möchte nun als Antoine maskiert sein ultimatives Ziel erreichen: Die Leute nicht nur oberflächlich zum Lachen zu bringen, sondern ein tiefes inneres Glücksgefühl bei den Zuschauern zu erzeugen.
Das ist die wenig spektakuläre Rahmenhandlung der Geschichte. Die Gedanken und Gefühle des Clowns August stehen im Mittelpunkt und werden detailliert beschrieben.

„Weil es gewöhnlich für einen Clown das Glück ist, ein anderer zu sein als er selbst“ – in dieser Fabel geht es um Selbstverwirklichung und die schwierige Suche nach einer Aufgabe, die einen selbst erfüllt und im Optimalfall auch andere Menschen erfreut. Im Gegensatz zu vielen seiner anderen Bücher, in denen die Hauptfiguren oft triebgesteuerte Hedonisten sind, vertritt Henry Miller in diesem Buch, ein positives Menschenbild. Die poetische Sprache und die abstrakten Zeichnungen von Joan Miro sind genial miteinander verwoben, daher hat diese berührende Fabel über den Sinn des Lebens eine Leseempfehlung verdient.

Weitere Rezensionen