F. Scott Fitzgerald – Der seltsame Fall des Benjamin Button

Kategorie: Buchrezensionen

Mr. und Mrs. Button sind außer sich vor Freude: Endlich kommt ihr langersehntes Kind zur Welt. Doch die Geburt ist ein Schock – statt eines Babys kommt ein alter Mann mit grauen Haaren und faltigem Gesicht zur Welt. Das Neugeborene hat ein biologisches Alter von 70 Jahren. Nur widerwillig akzeptieren die Buttons ihr Kind und versuchen die gesellschaftliche Schande so gut es geht zu verstecken, die Haare werden gefärbt und die Falten übergeschminkt, trotzdem können sie nicht verhehlen, dass etwas mit ihrem Kind nicht stimmt. Sie taufen ihr Kind Benjamin, obwohl sie es zunächst Methusalem nennen wollten, was wohl passender gewesen wäre. Benjamin durchläuft den Kindergarten und die Schule und fühlt sich all die Jahre fehl am Platz-. Irgendwann merkt er, dass die grauen Haare weniger werden und die körperliche Fitness besser wird. Er stellt fest, dass er jünger und nicht älter wird. Mit 18 arbeitet er im Eisenwarenhandel seines Vaters mit und feiert erste berufliche Erfolge. Als 20-jähriger sieht er aus wie 50 und lernt eine 20 Jahre jüngere Frau kennen, die er wenig später heiratet und mit der er ein Kind bekommt. Die ersten Jahre der Ehe verlaufen harmonisch und glücklich. Doch während Benjamin immer aktiver wird, zieht sich seine Frau immer mehr zurück und nach 20 Ehejahren sieht er aus wie 30, während seine Frau schon 50 Jahre alt ist. Die Leute tuscheln über das ungleiche Paar, während es für Benjamin durch seine zunehmende Unreife auch beruflich immer schwieriger wird.

Die Erzählung ist in einer leicht lesbaren und durchaus humorvollen Sprache geschrieben. Der Stil ist schnörkellos und pointiert. Das Älterwerden wird auf eine sehr ungewöhnliche, aber interessante Weise behandelt. Fitzgerald hat mit diesem zeitlosen Klassiker ein Plädoyer für das Verständnis zwischen den Altersklassen und den gesellschaftlichen Gruppen geschrieben. Bei diesem Buch handelt es sich um unterhaltsame Lektüre mit Niveau.

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