Erich Kästner – Die verschwundene Miniatur

Kategorie: Buchrezensionen

Fleischermeister Külz ist sein bisheriges Leben plötzlich Wurst und er beschließt nach Kopenhagen zu fahren. Der ältere Herr aus Berlin hat vor seinem spontanen Ausflug niemand Bescheid gesagt und hat zunächst ein schlechtes Gewissen. Das legt sich jedoch schnell, als er das bezaubernde Fräulein Trübner erblickt. Die junge Dame muss für ihren Chef eine kostbare Miniatur
nach Berlin schaffen und bittet Külz um Hilfe. Dieser, ganz Kavalier der alten Schule, willigt sofort ein. Plötzlich taucht ein gewisser Herr Struve auf, der sich den beiden anschließt und dem Fräulein Trübner Avancen macht. Nun ist die Gruppe zu dritt unterwegs und einige Gauner heften sich an ihre Fersen. Fräulein Trübner hat die echte Miniatur in ihrer Tasche, während die Ganoven nur die Fälschung erbeuten konnten. Eines Abends nehmen Herr Struve, Herr Külz und Fräulein Trübner an einem geselligen Tanzabend in einem Hotel an der Ostsee teil, als plötzlich das Licht ausgeht. Als es wieder hell wird, kommt der Schreck – die echte Miniatur und der falsche Herr Struve, der in Wahrheit anders heißt, sind weg. Herr Külz, Fräulein Trübner, die Polizei und etliche Gauner verfolgen nun den falschen Herrn Struve, um die echte Miniatur zu bekommen. Ein spannendes Verwirrspiel beginnt, welches schließlich in einem unerwarteten Finale mündet.

Kästner merkt man die Freude am Schreiben und Formulieren deutlich an. Er sprüht geradezu vor Einfallsreichtum und glänzt mit Wortwitz und feiner Ironie. Das Buch ist keine tiefschürfende Analyse des gesellschaftspolitischen Zustandes der Weimarer Republik, sondern ein leichter und sehr gut geschriebener Unterhaltungsroman.

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