Charles Bukowski – Der Mann mit der Ledertasche

Kategorie: Buchrezensionen

Henry Chinaski hat schwer zu tragen. Als Postbote muss er eine prall mit Briefen gefüllte Ledertasche schleppen und außerdem mit sadistischen Vorgesetzten, liebestollen Hausfrauen, beißfreudigen Hunden, strömendem Regen und sengender Hitze zurechtkommen. Erschwerend kommt hinzu, dass er nur Aushilfe ist, daher muss er die unangenehmen Routen bei extremen Witterungsbedingungen bewältigen. Die Freundin wartet ungeduldig zu Hause und der Alkohol wird stressbedingt sein bester Freund. Doch Henry hält die Plagerei durch und wird mit einem festen Arbeitsvertrag belohnt. Nach einiger Zeit wird ihm der eintönige Job zu langweilig und er kündigt. Fortan schlägt er sich mit wechselnden Jobs durch und frönt seinen drei Leidenschaften: Frauen, Alkohol und Pferdewetten. Finanziell kommt er auf keinen grünen Zweig und durch einen Zufall landet er schließlich wieder bei der Post. Er lernt die reiche Joyce kennen, die ihn dazu antreibt, seinen Job fortzuführen. Die Arbeit ist immer noch sehr eintönig und seine Frustration steigt von Tag zu Tag. Seine Wettleidenschaft wird immer extremer und von Joyce bekommt er den Laufpass. Die Situation wird immer schlechter und schließlich trifft er seine alte Freundin Betty wieder. Sie befindet sich in einem katastrophalen gesundheitlichen Zustand und stirbt wenig später an ihrer Alkoholsucht. Doch Henry Chinaski kämpft weiter und sein Leben erfährt eine unerwartete Wendung.

Bukowski schreibt ehrlich, direkt und herzlich. Die schnörkellose Sprache ist leicht zu lesen und der Roman enthält viele kleine interessante Nebengeschichten. Die authentische und lebenskluge Geschichte ist witzig, traurig und unterhaltsam.

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