Bernhard Schlink – Selbs Betrug

Kategorie: Buchrezensionen

Der erfahrene Privatdetektiv Selb wird eines Tages von einem Ministerialdirigenten Salger aus Bonn angerufen, dessen Tochter Leonore seit Monaten verschwunden ist. Selb soll die Tochter nun finden und wird mit einer üppigen Vorauszahlung bedacht. Er macht sich sofort an die Arbeit und beginnt seine Nachforschungen im sozialen Umfeld der Studentin. Dabei stellt er fest, dass Leonore bis kurzem Patientin in einer psychiatrischen Klinik war. Die Angestellten dieser Anstalt machen mysteriöse und unglaubwürdige Aussagen über Leonores Verbleib, sodass Selb misstrauisch wird. Er heftet sich an die Fersen des jungen Klinikarztes Wendt und gelangt schließlich in seine Wohnung, in der er eine Telefonnummer findet, die zu einer Familie Hopfen gehört. Bei dieser Nummer meldet sich eine Frau mit starkem amerikanischen Akzent, der Selb unecht vorkommt. Selb fährt zum Haus der Familie Hopfen und entdeckt, dass sich Leonore als amerikanisches Au-Pair-Mädchen getarnt hat. Er stellt Leonore zur Rede und erfährt von ihr von einem terroristischen Anschlag, den sie zusammen mit einigen Komplizen durchgeführt haben soll. Selb stellt danach fest, dass sein Auftraggeber gar nicht der Vater von Leonore ist. Selb ignoriert nun seinen Auftrag und möchte Leonore zur Flucht verhelfen. Doch dann verschwindet Leonore und Wendt, der Arzt aus der Klinik, wird tot aufgefunden. Nun hat Selb zwei Probleme: Er muss Wendts Mörder finden und Salger, seinem falschen Auftraggeber, aus dem Weg gehen.

Ein raffiniert geschriebener Krimi in gut lesbarer Sprache. Intelligente Unterhaltung mit interessanten Charakteren.

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