Albert Camus – Der glückliche Tod

Kategorie: Buchrezensionen

Mersault führt ein langweiliges Leben. Seine Arbeit und sein Privatleben sind exakt durchorganisiert und jeder Wochentag folgt einem streng festgelegten Schema. Seine einzige Leidenschaft
ist seine hübsche und temperamentvolle Freundin. Eines Tage begegnet er im Kino einem ihrer ehemaligen Liebhaber. Er beginnt vor Eifersucht zu rasen und verlangt in seinem Wahn von seiner Geliebten eine komplette Liste ihrer ehemaligen Freunde. Mersault bekommt diese Auflistung und findet auf diesem Zettel auch den beinamputierten Zagreus, den er wenig später kennenlernt. Bei einem seiner Besuche bei Zagreus entdeckt er eine Pistole, die dieser für den Fall bereithält, dass er sein eigenes Leiden nicht mehr aushält. Einige Tage später steht Mersault plötzlich mit der Pistole in der Hand in Zagreus Wohnung und fasst einen folgenreichen Entschluss.

In der zweiten Erzählung dieses Buches reist Mersault ziellos und rastlos durch Europa und nimmt die Geräusche und Düfte dieser Reise besonders intensiv wahr. Plötzlich sieht er seine Existenz glasklar und fährt nach Algier zurück, um dort fortan in einer Wohngemeinschaft zu leben. Doch das Luxusleben ödet ihn schließlich an und er flüchtet in die Berge. Während einer Wanderung erleidet er einen Herzinfarkt und lässt im Angesicht des Todes sein eigenes Leben Revue passieren.

Camus kann spannende Geschichte in leicht verständlicher Sprache erzählen und dabei die Grundgedanken seiner existenzialistischen Philosophie verdeutlichen. Die Naturbeschreibungen sind besonders eindrucksvoll und als Metapher für den Gemütszustand der handelnden Personen zu verstehen. Der Mensch ist laut Camus dazu verpflichtet, die Sinnlosigkeit der eigenen Existenz zu ertragen und zu versuchen sein eigenes und das Leben seiner Mitmenschen zu verbessern. Dieses Buch ist spannend, sprachlich gelungen und philosophisch sehr interessant.

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